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Hag.1,5-11

Predigt über Hag.1,7-8

Predigt über Hag.1,7-8

 

(c) Thomas Ehlert

 

So spricht Jahwe der Heerscharen: fasst euch ein Herz und schaut auf eure Wege

  Steigt hinauf ins Gebirge und holt Holz und baut das Haus, so werde ich daran Wohlgefallen haben und ich werde mich verherrlichen.

 

 

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Kennen Sie noch den Esso Werbe-Slogan der 80 Jahre? Es gibt viel zu tun, packen wir s an. Der Slogan ist mittlerweile ein geflügeltes Wort geworden und hat auch andere Flügel bekommen:

·        Es gibt viel zu tun. - Hau´n wir ab!

·        Es gibt viel zu tun, fangt ihr schon mal an.

·        Es gibt viel zu tun, warten wir's ab.

·        Es gibt viel zu tun. - Lassen wir es sein!

 

Es gibt viel zu tun packen wir s an oder warten wir s ab.

Das wird heute Morgen die Frage.

Es gibt viel zu tun für die Leute damals mit ihrer Tempelruine.

Es gibt viel zu tun für uns heute in der Gemeinde Gottes.

So spricht Jahwe der Heerscharen: fasst euch ein Herz und schaut auf eure Wege

Da ist jetzt nicht der Rückblick gemeint.

Denkt nicht nur an die jetzige Lage, analysiert nicht nur eure Befindlichkeit. Klagt nicht über die Vergangenheit.

Sondern: Fasst euch ein Herz und schaut auf die Wege, die vor euch liegen. Macht euch Gedanken wie es werden soll. Wie kommt ihr wirklich raus aus der Krise?

Überlegt nicht nur, wie es gerade bei euch ist, wie es um euch steht, sondern überlegt, was ihr als nächstes macht.

Gott hat einen Vorschlag:

Geht auf die Berge, schlagt Holz, baut das Haus.

Erstens, zweitens drittens. Ich gliedere meine Predigt häufig in drei Punkte. Weil ich hoffe, das hilft dem Verstehen und Behalten, so eine Struktur. Haggai gliedert seine Anweisung in drei Punkten. Haggais Anweisungen in drei Punkten sollen zum Handeln helfen.

Besteigt das Gebirge, holt Holz, baut das Haus.

 

Besteigt das Gebirge, holt Holz, baut das Haus.

 

Gegen den Rückzug in die Privatreligion (jeder schaut auf das Seine)

Wollen Sie, dass Gemeinde gebaut werde, oder wollen sie sich in die Privatreligion flüchten? Brauchen wir einen Tempel überhaupt. Brauchen wir Gemeinde?

 

Alles klar!

Aufbau ist logisch und durchdacht. Erst auf die Berge, dann Holz, dann Tempel bauen. Es wird nicht der zweite Schritt vor dem Ersten getan.

 

Bei so konkreten Vorschlägen fangen viele erst einmal an ihre Nebelkerzen zu zünden. Nebelkerzen zünden sagt das Lexikon- ein Verschleierungs- oder Ablenkungsmanöver, das sowohl in Politik wie auch in Wirtschaft eingesetzt wird.

Ergänzen müsste man und in der Kirche .

 

Praktischer Nebel.

Wir haben nicht die Ressourcen. Gott siehst du nicht, wie es uns geht: Hungersnot. Missernte, Inflation?

Wir haben jetzt andere Sorgen. Die Inflation treibt uns um. Der Ölpreis damals wie heute. Damals Olivenöl heute Rohöl. Gott in dieser Situation, da müssen wir doch erst einmal gucken, wie wir selber klarkommen. Da ist so ein Tempel nicht so leicht zu schultern. Da muss doch Gemeinde erst mal hinten anstehen. Das geht doch auch gar nicht.

Theologischer Nebel

Wir können doch den Tempel nicht so bauen, wie Gott es will?

Es galt im AT der Grundsatz: Das Beste für Gott. Wir leben das ja ein bisschen anders heute. Was man nach Abzug aller Lebenskosten noch übrig hat, das ist für Gott. Was man für Gott eben noch so noch übrig hat.

Das AT sagt: das Beste für Gott, das Beste deines Lebens, das Beste deiner Ernte. Nicht der Aus- und Überschuss, sondern die Prachtstücke. Nicht nach dem Motto, das kann ich zu Hause nicht mehr gebrauchen, vielleicht habt ihr in der Gemeinde noch dafür Verwendung. Nein, das Beste für Gott.

Weil Gott das Beste verdient.

Und das hatten, die mit dem alten Tempel gemacht, der vorher auf dem Tempelberg stand. Das Beste für Gott. Das war die Devise des Erbauers, des König Salomos. Es fing beim Holz an. Edelstes Zedernholz aus dem Libanon. Dort auf den Bergen des Libanon, da wächst das beste Holz. Und auch sonst: Beste Materialien, bestmögliche Verarbeitung. Alles vom Feinsten.

Das war die Vorgabe für die Zeitgenossen Haggais jetzt, nach dem babylonischen Exil.

536 v. Chr. gab es auch schon eine Lieferung Libanonzeder. Aber das ist jetzt 16 Jahre später nicht mehr da. Entweder vermodert oder verbaut für die privaten Gemächer. Ihr lebt in getäfelten Häusern, hatte der Prophet Haggai seinen Zeitgenossen vorgeworfen.

Können wir denn jetzt Pinie nehmen, statt Libanonzeder?

Und dann die Tempelvision des Hesekiel. Die verschärfte da noch. Die hatten die Heimkehrer aus dem Exil im Babylon mit im Gepäck. Wenn Gott dem Hesekiel diese Vision gegeben hat, dann muss man doch danach bauen. Und der ist mehrere Nummern zu groß.

Muss man nicht theologisch, aus theologischen Gründen Nein sagen zu einem Tempelbauprojekt in dieser minderwertigen Qualität.

Diese Theologie gibt es bis heute.

Was ist, wenn ich das Beste will, aber das Beste nicht kann? Ist Gott mit Minderwertigem zufrieden?

Wir sehen das Beste, wenn wir Vergleiche aus der Vergangenheit haben, absolut. Das Beste ist aber nicht absolut gemeint. (Das Beste überhaupt), sondern es ist zeitlich. Das Beste, was euch jetzt möglich ist. Es wäre falsch, nicht das Beste zu wollen. Aber es geht immer um das Beste, was heute möglich ist. Wir haben im Kindergottesdienst große Erfolge in der Vergangenheit. Aber die Zeit hat sich geändert. Das Verständnis des Sonntag ist bei der breiten Bevölkerung umgeprägt. Sonntags morgens ist zum Ausschlafen da. Wir kriegen nicht die Zahlen, die wir früher hatten, aber wir wollen heute das Beste geben. Und wir wollen nicht aufhören, sondern anfangen.

Wenn Haggai im Auftrag Gottes sagt: Fangt an! Geht, holzt, baut! Dann ist dies das entscheidende Signal. Gott macht Abstriche. Es geht ohne Libanonzeder. Aber fangt an. Der Auftrag ist klar.

Es ist ganz einfach. Geht, holzt, baut. Na sagen die Leute: So einfach ist es ja nicht. Du machst es dir zu einfach, Haggai. Einen Tempel zu bauen, das ist alles andere als einfach. Ein Gebäude in der Größe haben wir in Jerusalem seit Jahrhunderten nicht mehr gebaut.

Der Geist der Bedenklichkeit und Bedachtsamkeit wird stark. Nun ist Bedachtsamkeit ja nichts Verkehrtes und mancher vorschnelle Heißsporn hat viel kaputt gemacht. Aber hier geht es nicht um Schnellschüsse, sondern hier geht es um Gehorsam.

Bedachtsamkeit, Rücksichtnahme, all das ist auch im Straßenverkehr wichtig. Aber wenn sie vor der roten Ampel stehen und die auf Grün umspringt, dann müssen sie fahren. Natürlich könnte es sein, dass die Ampelanlage der Querstraße vor ihnen defekt ist und auch grün zeigt. Aber wollen Sie jetzt erst aussteigen und nachgucken.

Es ist Grün, jetzt müssen sie fahren. Die Ampel gibt klare Anweisung und der sollten sie gehorchen.

Haggai kämpft gegen den Geist der falschen Bedenklichkeit.

Der verkompliziert, der verschiebt.

Verkomplizieren

Der Geist der falschen Bedenklichkeit So einfach ist es nicht. Da müssen wir eine Lenkungsausschuss einsetzen oder ein Steuerungsgruppe. Da muss eine Kommission her. Ihr könnt doch jetzt noch nicht anfangen, ihre wisst doch gar nicht, was dabei herauskommen soll?

Wir verkomplizieren.

Verschieben

Der Geist der falschen Bedenklichkeit verschiebt.

Die lange Bank ist des Teufels liebstes Möbelstück.

Darüber müssen wir erst einmal nachdenken. So einfach ist das ja nicht. Das muss man abwägen. Das wollen wir mal abwarten Verschieberitis ist eine Krankheit unserer Tage.

 

Wie oft haben sie ihre Beziehung mit Gott verschoben?

Wie oft haben sie etwas nach hinten gelegt, was Gott in ihrem Leben vorne haben wollte, und wenn sie mal nachschauen, es liegt da noch, ganz hinten auf der langen Bank. Ganz unten im Stapel Wiedervorlage.

Ergebnis

Fangt an, gegen den Geist der Bedenklichkeit, es ist klar und es ist einfach. Jetzt ist nicht verschieben dran, nicht verkomplizieren. Jetzt muss die Axt aus dem Keller, rauf auf die Berge und los geht s. Jetzt gilt es anzufangen und ihr könnt anfangen.

Gott hat gesprochen. Jetzt ist die Ampel grün.

 

Alles herrlich heißt, dass der Herr mit drin ist, wo wir anfangen:

Du bist dran, fang endlich an, dass, was du liest, nun auch zu tun, so heißt es in einem christlichen Lied unserer Tage.

Steigt hinauf ins Gebirge und holt Holz und baut das Haus, so werde ich daran Wohlgefallen haben und ich werde mich verherrlichen.

 

Es gibt den Segen fürs Anfangen. Ich habe Wohlgefallen. Ich nehme dein Tun an, auch wenn es nicht perfekt ist.

 

Wissen sie, welcher Moment beim PKW die meiste Energie verbraucht? Das Anfahren. Die 1 ½ Tonnen, in denen wir sitzen, erst einmal in Bewegung zu kriegen. Wenn der Karren mal läuft, dann ist die Energie, die nötig ist, um ihn am Laufen zu halten, verglichen mit dem ersten Anschub sehr bescheiden.

Und ich habe den Eindruck bei uns Menschen ist da genauso. Erst mal aus dem Sessel zu kommen, das ist das Schwerste.

 

Gott gibt einen Segen fürs Anfangen. Und er weiß, dass wenn man einmal in Fahrt ist, wenn man erst mal Fahrt aufgenommen hat, viele Hindernisse beiseitegeschoben werden können. Wenn man erst mal die Sache ins Rollen gebracht hat, dann entsteht eine Dynamik eine Kraft, die manches, was vorher bedenklich war, aus dem Wege räumt. Die Kraft, die nötig ist ein in Fahrt gekommenes Auto zum Stoppen zu bringen ist schon gewaltig. Manche Hindernisse räumt ein in Fahrt gekommenes Auto aus der Bewegungsenergie heraus beiseite.

 

An dem, was du anfängst, habe ich Wohlgefallen. Denk nicht, das deine Kraft zu klein ist, zu unvollkommen, zu bescheiden. An dem, was du in meinem Auftrag tust, an deinem Gehorsam, habe ich Wohlgefallen. Das gefällt mir.

 

Und ich werde mich verherrlichen.

Ich akzeptiere da nicht nur. Ich freu mich nicht nur. Sondern ich werde meine Herrlichkeit darin erweisen.

Als junger Vater habe ich häufig Wohlgefallen gehabt an den Bau- und Malwerken meiner Kinder. Papa schau mal! Toll, hast du toll gemacht. Ich zeigte mein Wohlwollen.

Das Bild ist nur Gekritzel, was mein Kind sagt, das es sein soll, ist selbst mit surrealistische Brille nicht zu identifizieren. Aber natürlich zeige ich Wohlgefallen. Aber unter uns gesagt: Selbst ich als Kunstbanause könnt s besser.

Ich hätte nie gesagt: Dein Bild bring ich groß raus . Aber das macht Gott. Ich will mich in euren Werken verherrlichen. Ich will mich darin groß rausbringen.

Das ist mehr als Wohlgefallen. Unsere mickrigen und unvollkommenen Bauwerke gebraucht Gott zu seiner Ehre, erfüllt Gott zu seiner Ehre.

Ich werde mich verherrlichen meint: Nicht ein Tempel kann mich verherrlichen, kein Tempel der Welt könnte das, sondern ich selber verherrliche mich in dem Tempel. Es ist Gottes souveräne Entscheidung.

 

[Ein passives Verständnis (ich werde verherrlicht so könnte man auch übersetzten ) würde Gott zum ungefragten Objekt der Verehrung machen würde. Dies widerspricht dem ganzen Geist des AT, indem Gott den Ort seiner Verherrlichung immer selbst wählt (2Mo.34,2; 5Mo.12,11; 16,2+6; 1Kö.8,27-29; 1.Kö.19,11; Neh.1,9). Gemeint ist daher: Ich, Gott, gebe meine Ehre in dieses Bauwerk, damit Gottesdienste und Opfer in meiner Gegenwart möglich werden. ]

 

Das was ihr nicht könnt, tue ich dazu. Ich werde mich verherrlichen. Ich werde diesen Bau annehmen, auch wenn er nicht von Zedernholz aus dem Libanon getragen wird und wenn er nicht mit Blattgold verkleidet ist und wenn die Bundeslade fehlt.

Meine Herrlichkeit wird gleichwohl durchstrahlen.

 

Das ist ein Trostwort für alle, die im Unvollkommenen leben müssen, die gerne mehr wollen, mehr wünschen sich mehr ersehnen. Aber die nur kleine Kraft haben, begrenzte Ressourcen. Wir sind für die Herrlichkeit nicht zuständig, wir sollen anfangen.

Wir sind für die Herrlichkeit diese Gemeinde nicht zuständig. Wenn sie Herrlich wird, dann nur weil unser Herr da ist, aber wir sollen anfangen. Hören was Gott will und anfangen, es zu tun. Das was ihr nicht könnt, tue ich dazu. Aber mit dem was ihr könnt, fangt an. Es ist alles gesagt, alles klar, alles einfach. Jetzt liegt alles bei euch.

Was ihr im Gehorsam mir gegenüber anfangt wird alles herrlich.

Alles klar, alles einfach, alles herrlich.

Das ist zusammengefasst: Einfach herrlich. Und damit möchte ich zum Schluss kommen.

Es ist alles klar, es ist alles einfach und es ist alles herrlich. Einfach herrlich.

Geht auf die Berge, holt Holz und baut den Tempel.

 

1. Geht in die Häuser, besucht die Menschen und sprecht ein Gebet.

Kann ich das? Sollt ich das? Was sagen die andern?

Geht in die Häuser, besucht die Menschen und sprecht ein Gebet.

Es ist alles klar, es ist alles einfach und es ist alles herrlich. Einfach herrlich.

 

2. Nehmt euch ne Karte, eine Springbrunnen-Gottesdienstkarte liegt am Ausgang, ladet einen Menschen ein. Nächsten Sonntag, baut Gemeinde.

Mein Nachbar ist Freidenker? Ich trau mich nicht?  Ich weiß nicht.

Es ist alles klar, es ist alles einfach und es ist alles herrlich. Einfach herrlich.

Nehmt euch ne Karte, eine Springbrunnen-Gottesdienst karte liegt am Ausgang, ladet einen Menschen ein. Nächsten Sonntag, baut Gemeinde

 

3.  Für die, die zweifeln. Kann Gott mich hören, will der mich?

Stehen sie 20 Minuten früher auf. Sprechen sie ein Gebet. Nehmen sie eine Bibel, ein Andachtsbuch. 20 Minuten jeden Tag.

Sie wissen nicht, wie früh ich auf stehe? Ich versteh nicht alles in der Bibel.

Es ist alles klar, es ist alles einfach und es ist alles herrlich. Einfach herrlich.

Stehen sie 20 Minuten früher auf. Sprechen sie ein Gebet. Nehmen sie eine Bibel, ein Andachtsbuch. 20 Minuten jeden Tag.

 

So werde ich daran Wohlgefallen haben und ich werde mich verherrlichen.

 

Einen Moment Stille zum Predigtende.

Leitfrage: Was legt Gott mir aus Herz?

 

Gebet:

1. Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen,

gib mir den Mut zum ersten Schritt,

lass mich auf deine Brücken trauen,

und wenn ich gehe, geh du mit.

 

 

Kreise, die nicht mehr den unbändigen Willen zum Leben und den Mut zum Dienst haben, sind reif für die Beerdigung . Johannes Busch.