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Hag.1, 1-4

Predigt über Hag.1,1-2

 

Am 29.8 des Jahres 520 v. Christus war Neumond. Die Juden waren nicht mondgläubig. Aber sie führten ihren Kalender nach dem Mond. Und so war Neumond etwas Besonderes. So wie für uns der Monatserste auch etwas Besonderes ist, nicht zuletzt deswegen, weil für viele der Kontostand am Monatsersten regelmäßig heftige Sprünge nach oben macht.

Es gab besondere Opfer, die am Neumond zu bringen waren.

4Mo.28,11 Aber am ersten Tage euer Monate sollt ihr dem Herrn en Brandopfer opfern. Und noch andere Opfer waren darzubringen.

Und das wurde gemacht.

Am 25.8 des Jahres 520 war alles wie gehabt.

 

Am 29.4 des Jahres 2008 war Sonntag. Es war alles wie gehabt. Man kam zusammen, um einen Gottesdienst zu feiern. Und man dachte über Hag 1,1 nach und dachte sich erst einmal nichts dabei.

Es war ein Gottesdienst wie jeder andere. Na ja ein bisschen mehr sogar: ein besonderer Gottesdienst. Die Führung der Gemeinde ist versammelt, wie damals am Neumond in Jerusalem. Und während damals nach dem Opfer zusammenkam, um das Opferfleisch zu essen, zu feiern, so kommen wir heute zum Kirchkaffee zusammen. Das ist nicht ganz die gleiche Kategorie, aber es ist auch nicht schlecht.

Alles wunderbar. Es hat alles gut geklappt.

Aber schauen wir zurück auf den 29. Aug.580.

 

Wenn die Führungsleute sich nach dem Neumondgottesdienst versammelt haben , um das übriggebliebene, das ihnen zugedachte Opferfleisch zu essen, ein schönes Fest, Fleisch gab es damals nicht jeden Tag. Das war was Besonderes. Während sie also dort aßen, können sie durch die Fenster auf den Tempel sehen. - Wenn da einer gewesen wäre. Aber dort, wo der Tempel Gottes gestanden hatte, der Ort der Gegenwart Gottes, der Ort, von dem Gott gesagt hat, hier will ich unter meinem Volk wohnen. Hier bin ich erreichbar. Hier ist ein verabredeter Treffpunkt. dort wo dieser Ort gestanden hat, befand sie ein angefangenes Fundament, und unzählige Steine, die meisten Ruß verbrannt. Dort wo der Tempel stand, war ein Trümmerfeld. 587 v. Chr. hatten die Babylonier den Tempel in Brand gesteckt. Das Volk ging ins Exil.

Was ist eigentlich der Tempel?

Der Tempel ist etwas anderes als unsere Kreuzkirche.

Das heutige Judentum hat sich im Großen und Ganzen damit abgefunden, dass seit der Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Römer im Jahr 70 n. Chr. kein Zentralheiligtum mehr vorhanden ist. Auch die jüdische Theologie hat sich in weiten Teilen dieser Tempellosigkeit angepasst. Gleichwohl wird im jüdischen Glauben bis heute dem Fehlen des Tempels an fast jedem großen Festtag gedacht. Auch ist die Bedeutung der Klagemauer als letzter den Juden zugänglicher Teil des ehemaligen Tempels nicht zu unterschätzen. Denn von der Botschaft des AT her ist ein der Tempel unverzichtbarer Bestandteil des jüdischen Glaubensvollzugs. Schon der Prophet Jesaja klagt:

LUT Jesaja 64:10 Das Haus unsrer Heiligkeit und Herrlichkeit, in dem dich unsre Väter gelobt haben, ist mit Feuer verbrannt, und alles, was wir Schönes hatten, ist zuschanden gemacht.

Zu Zeiten Haggais gehörte ein Tempel unabdingbar zur Religionsausübung dazu. Dies betrifft nicht nur Israel, sondern den gesamten vorderasiatischen Kulturraum. Ein Glauben ohne Tempel ist auf Dauer nicht vorstellbar. Die Notwendigkeit eines Tempels war unter den Zeitgenossen Haggais unbestritten. Man hielt nur den Zeitpunkt zur Ausführung des Baus für ungeeignet. Um die Auseinandersetzungen im Buch Haggai zu verstehen, ist es wichtig, sich die grundlegende Bedeutung des Tempels für das Volk Israel klarzumachen.

Was bedeutete der Tempel in Jerusalem für das Volk und seinen Glauben?

Der Tempel ist das Zentrum des religiösen Lebens. Das AT versteht den Tempel in Jerusalem als Ort der besonderen Gegenwart Gottes. Israel hat dabei schon seit der Exoduszeit ein Zentralheiligtum. Aus der Stiftshütte wurde im Laufe der Zeit der Jerusalemer Tempel.

Anders als bei den Religionen umliegender Völker, waren Opfer auf Höhen oder in sonstigen Tempeln nicht erlaubt, sondern allein im Jerusalemer Tempel. Dies hat neben der Eindämmung von synkretistischen Einflüssen noch einen wichtigen Grund.

Der eine Gott, der Israels Glaubensbekenntnis bestimmt, hat auch nur einen Tempel. Der Monotheismus wird findet seinen Ausdruck in der Kultzentralisation.

Das Besondere des Tempels ist dabei die Gegenwart Jahwes. Gott wohnt unter seinem Volk (2Mo.25,8). Dieses Wohnen Gottes, das Erfüllen des Tempelraumes durch die Gegenwart Jahwes wird in der jüdischen Theologie als Schechina bezeichnet, ein Wort, das sich aus dem Verb für wohnen ableitet. Gott wohnt im Tempel. (2Mo.40,35). Der Prophet Sacharja, ein Zeitgenosse Haggais, kündigt für den fertig gebauten Tempel dessen Erfüllung durch Gott als Wohnen Gottes an (Sach.2,14f). Erfüllt wird der Tempel mit der Herrlichkeit Gottes (2Mo.40,35; 1Kö.,8-10; 2Chr.5,14; Hes.10,4).

Im NT wird das Bild der Wohnung Gottes auf die Gemeinde als den Tempel Gottes übertragen (Eph. 2,21f).

Der Tempel war also Ort der Gottesgegenwart. Dies wurde von den Menschen durch das Einhalten von besonderen Reinheits- und Heiligkeitsregeln respektiert.

Natürlich konnten Menschen auch in ihrem alltäglichen Leben die Gegenwart Gottes erfahren. Diese Ereignisse sind aber menschlich nicht verfügbar. Der Tempel hingegen ist ein vereinbarter Treffpunkt, der Ort an dem Gott wohnt und darum mit Sicherheit angetroffen werden kann.

Der Tempel gilt in der Bildvorstellung des AT als Schemel der Füße Gottes. Hier berühren sich Himmel und Erde.

 

Dieser Tempel fehlt.

Das ist wie

Man ist am richtigen Ort, aber man hat das Herz nicht am richtigen Fleck.

Von wegen: Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten. Vielleicht haben die ja das Lied gesungen. Oder so ein ähnliches. Vielleicht Psalm 24.

Ps.24,1

LUT Psalm 24:1 EIN PSALM DAVIDS. Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. 2 Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet. 3 Wer darf auf des HERRN Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? 4 Wer unschuldige Hände hat und reines Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lug und Trug und nicht falsche Eide schwört: 5 der wird den Segen vom HERRN empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heiles. 6 Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs. SELA. 7 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! 8 Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR, mächtig im Streit. 9 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! 10 Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR Zebaoth; er ist der König der Ehre. SELA.

 

Gott ist nicht da und trotzdem wird gefeiert.

Gott ist weg und keiner hat es gemerkt.

Wie ist es am 29.3.2008?

Könnte es sein, dass Gott nicht da ist?

Wo hat er sich versprochen:

Im Namen des Vaters und des Sohnes

Wo zwei oder drei in meinem Namen.

Gott ist in der Gemeinde gegenwärtig.

 

Was glauben Sie von der Gegenwart Gottes in der Gemeinde.

Der ist doch nicht gegenwärtig, weil auf unserem Briefkopf "Ev.luth. Kirchengemeinde" steht.

Aber was sind wir für eine Gemeinde? Wie sieht es mit der Gegenwart Gottes aus?

 

Sind wir eine Gemeinde, die am Boden zerstört ist?

Und machen wir nur unsere Zeremonien?

Sitzen wir heue hier und schauen auf das Trümmerfeld von Gemeinde?

Oder sind wir schon am Bau?

Fragen die wir nicht alle umfassend heute beantworten können, die wir in zukünftige Predigten über Haggai mitnehmen müssen.

Schauen wir, was die Leute am 29.8.520 gemacht haben:

Sie haben geopfert. Sie haben ihre Feste gefeiert, ihre Gottesdienste.

Same procedure as every year. Man hat sich an das Unrealistische gewohnt.

Man geht zum Tempelplatz mehrmals im Jahr. Man sieht, das der Tempel nicht da ist. Man sieht die Ruinen.

Man hat sich mit dem Widerspruch engagiert.

Das Opfer braucht eigentlich den Tempel. Die Gegenwart Gottes. Vor ihm soll geopfert werden. Klarmachen, was der Tempel ist.

Der 29.8.520 man hat sich mit dem Widerspruch arrangiert.

Der 29.3 Man hat sich mit dem Widersprucharrangiert

Es gibt Dinge die gehen nicht zusammen, und wir wissen das auch.

Eigentlich geht das nicht. IN meinem christsein. Dieses Problem, das ich mich so verhalten, dass ich das mache. Eigentlich geht das nicht, das ist ein Widerspruch.

Ich kann den nicht leugnen ich will den auch gar nicht leugnen. Und ich muss das auch mal anpacken. Und ich hab ja auch schon.

 

Du kannst nicht Gott dienen und dem Mammon.

LUT Matthäus 6:24  Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

Der 29.3. 2008 haben wir uns mit einem Widerspruch arrangiert?

Zurück zum 29.8.520

Die hatten es ja schon einmal versucht, sie hatten angefangen mit großem Engagement.

Vor 16 Jahren, 16 Jahre Lähmung. Ihr müsst an uns denken, wir wollen mitmischen. Ihr dürft uns nicht vergessen. Esra 4.

Da machte das Volk des Landes die Juden mutlos und schreckte sie vom Bauen ab. ELB Ezra 4:5 Und sie nahmen Ratgeber gegen sie in Dienst, um ihren Plan zunichte zu machen, (Esra 4,4f

Wie sieht es aus am 29.3.2008?

Resignation hat sich breit gemacht

Man hat ja mal angefangen.

Wir hatten mal große Pläne.

Wir wollen den Tempel Gottes, die Gemeinde bauen.

Aber dann kamen die Schwierigkeiten und Widerstände.

Es ist nicht so einfach die Gemeinde hochzuziehen. (Kein Campingzelt, es gibt jetzt Zelte, die kann man aufwerfen. Man wirft und schon steht das Ding, dann müssen nur noch die Heringe eingeschlagen werden). Die Gemeinde ist nicht der große Wurf.

Und auch im Bauprojekt Gemeinde gibt es Schwierigkeiten.

Da machte das Volk des Landes die Juden mutlos und schreckte sie vom Bauen ab. ELB Ezra 4:5 Und sie nahmen Ratgeber gegen sie in Dienst, um ihren Plan zunichte zu machen, (Esra 4,4f

Wie viel ist in Gemeinden mit solchen Argumenten ausgebremst worden?

Ihr kommt daher aus Babylon und meint jetzt könntet ihr alles neu machen?

Wir wollen mitmischen.

Ihr müsst auch was für uns machen?

Ihr könnt doch jetzt nicht alles umkrempeln ohne uns zu fragen.  Das haben wir doch immer so gemacht in den vergangenen 50 Jahren und jetzt kommt ihr. Und ihr meint ihr müsstet den Tempel Gottes neu aufbauen. Ihr baut Gemeinde.

Da machte das Volk des Landes die Juden mutlos und schreckte sie vom Bauen ab. ELB Ezra 4:5 Und sie nahmen Ratgeber gegen sie in Dienst, um ihren Plan zunichte zu machen (Esra 4,4f).

Gemeindebau läuft nicht ohne Schwierigkeiten ab. Ohne Kämpfe und ganz harmonisch. Damals nicht und heute auch nicht. Bill Hybels, der Gründer von WillowCreek sagte einmal: Ihr wisst nicht, durch was für Tiefen wir gegangen sind.

Resignation hat sich breitgemacht.

Wo stehen wir? Wo stehen sie? Resignation oder Aufbruch? Sind wir eine Gemeinde, die angefangen hat, und die enttäuscht ist.

Ist der 29.3.2008 von Resignation bestimmt.

Warum packen Sie das nicht an? Warum bleiben sie nicht am Ball?

Man schiebt es auf die Umstände.

Es gibt ein Wort, das ist so hilfreich um Dinge um sich mit Widersprüchen zu arrangieren Das ist das Wort noch nicht . V.2 Die Zeit ist noch nicht da. Momentan nicht. Grundsätzlich ja, aber momentan nicht, es passt gerade nicht.

Immer da, wo Einsicht in die Notwendigkeit vorhanden ist, aber der konkrete Wille die Veränderung an zupacken noch nicht ausgereift ist, regiert das Noch nicht .

Wir lehnen das nicht grundsätzlich ab, aber jetzt doch noch nicht. Und die Erfahrung der Vergangenheit gibt uns doch Recht. Es geht doch auch ohne, wir halten den Betrieb aufrecht. Wenn man mal von der Tatsache absieht, dass die Schechina Gottes nicht da ist

Wir sehen ja das Problem aber noch nicht. Jetzt noch nicht. Es ist ungerecht, es ist falsch aber noch nicht. Noch können wir es nicht ändern.

Es ist noch nicht Zeit im Jahre 18 nach der Rückkehr aus dem Exil. Es ist noch nicht Zeit im Jahr 2008 im 36 Jahre nach Eröffnung der Kreuzkirche?

Noch nicht

Ich habe eine Deckenverteiler für unsere Lampe. Wir wollten im Esszimmer eine Deckenampel haben, so dass das Licht über den Tisch scheint und nicht zwei Meter daneben. Ich habe alles gekauft. Aber es liegt irgendwo. Und jetzt schauen die Lüsterklemmen aus der Decke. Und das seit 7 Jahren.

 

Wenn es um einen Deckenverteiler geht - gut.

Aber wenn es um Gottes Gegenwart geht. Wenn es um seine Gemeinde geht?

Können wir da noch nicht sagen. Kann ich da noch nicht sagen? Können Sie da noch nicht sagen. Uns was kostet uns dieses Noch nicht . Kostet es uns den Segen Gottes, wie damals?

Es gibt dabei sicherlich Situationen, da ist noch nicht angebracht. Aber wir sollten sehr wachsam sein, wenn sich das Wort auf unsere Lippen legt. Ob es ein Wort ist, um Prioritäten zu ordnen. Erst das, dann das, jetzt noch nicht dies, aber dann.

Wir können nicht alles auf einmal. Und ich habe viel von Pfr. Hans Jürgen Dusza gelernt. Der hat immer gesagt: "Das ist toll, das ist wirklich gut, ne gute Idee, machen wir auch nicht . Da ging es um gute Prioritäten.

Ist unser "Nein" ein Wort, um Prioritäten zu ordnen, oder ist es ein Wort ist, mit dem wir uns seit Jahren vor Veränderung drücken?

 

 

Der 29.8.520.

Ein Tag wie viele andere

·        Man hat sich mit dem Widerspruch arrangiert

·        Resignation hat sich breitgemacht

·        Noch nicht, ist zum Markenzeichen der Gemeinde nach dem Exil geworden

 

Der 29.8.520 ein besonderer Tag

Hag 1,1-2 lesen

Es ist eins, was diesen Tag besonders macht. Gott lässt sich das nicht gefallen.

Gott redet. Zum ersten Mal nach dem Exil redet Gott wieder durch einen Propheten.

Das ist das entscheidende dieses Tages. Darum wissen wir von diesem Tag. Gott redet.

Haggai sprach die Führung der Gemeinde an. Die geistliche und die politische Führung. -> Presbyter, die für die geistliche Ausrichtung zuständig sind, ebenso wie für die verwaltenden Aufgaben.

Und sie müssen entscheiden, ob der 29.3.2008 ein Tag ist an dem Gott zu ihnen geredet hat. Das ist das Wichtigste, in der nächsten Predigt schauen wir uns das genau an. Gott redet!

 

Mitmach- Predigt über Hag.1,2 (zu Himmelfahrt)

Die folgende Predigt wurde an einem Familien-Gottesdienst zu Himmelfahrt gehalten.
Sie brauchen dazu einen Beamer, da die Gemeinde Teile der Predigt spricht.
DIe Gemeinde wird in drei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe wird eine Farbe zugewiesen.
Immer wenn auf der Leinwand Texthintergund in der Gruppenfarbe erscheint, muss die jeweilige Gruppe den Text lesen.
Wenn alle Farben den Texthintergrund bilden, sind alle gemeinsam dran.

Hier ist die zur Predigt gehörige Powerpoint-Datein: mit-mach-predigt-zu-hag.12-ob.pptx [180 KB]

Mitmach-Aktion testen

(Hier wird die Gemeinde probeweise eingeladen, ja nach ihren Farben die entsprechenden Aussagen auf der Leinwand zu lesen. Gemeindeausagen, die gruppenmäßig zugeordnet werden, sind im Folgenden markiert!)

 

 

Ein junger Mann eilt völlig entrüstet an einem großen Wallfahrtsort durch die Menge und schreit: "Jetzt kann ich laufen, jetzt kann ich laufen...!" Nach einigen erfolglosen Versuchen gelingt es dem Pfarrer, ihn anzuhalten und die Frage zu stellen: "Ist denn ein Wunder an dir geschehen?" Antwort: "Nee, mein Fahrrad ist geklaut worden...". 

 

Ein Mann überquerte eines Tages eine Straße, als ihn ein Frosch rief und sagte: Wenn Du mich küsst, werde ich zu einer wunderschönen Prinzessin!
Der Mann beugte sich hinunter, hob den Frosch auf, und steckte ihn in seine Tasche.
Da fing der Frosch wieder an zu sprechen und sagte: Wenn Du mich küsst und mich in eine wunderschöne Prinzessin zurück verwandelst, werde ich jedem erzählen, wie klug und tapfer du bist und was für ein Held Du für mich bist!
Der Mann nahm den Frosch aus seiner Tasche, lächelte ihn an und steckte ihn zurück in seine Tasche.
Da fing der Frosch wieder an zu sprechen und sagte: Wenn Du mich küsst und mich in eine wunderschöne Prinzessin zurück verwandelst, werde ich Dich eine ganze Woche lang lieben und Dich überallhin begleiten!
Der Mann nahm den Frosch aus seiner Tasche, lächelte ihn an und steckte ihn wieder zurück in seine Tasche.
Da rief der Frosch: Wenn Du mich küsst und mich in eine wunderschöne Prinzessin zurückverwandelst, werde ich ein Jahr lang bei Dir bleiben und alles tun, was Du willst!
Wieder nahm der Mann den Frosch aus seiner Tasche, lächelte ihn an und steckte ihn zurück in seine Tasche.
Da fragte der Frosch: Was ist los mit Dir? Ich habe Dir gesagt, dass ich eine wunderschöne Prinzessin bin, dass ich ein Jahr lang bei Dir bleiben werde und alles tun werde, was Du willst. Warum küsst Du mich nicht?
Der Mann antwortete: Sieh mal, ich bin Programmierer. Ich habe keine Zeit für eine Freundin, aber ein sprechender Frosch ist cool!

 

Keine Zeit haben, das kennen wir alle. Keine Zeit, das ist ein gutes Argument.

Und das stimmt ja auch, wir haben nicht für alle Dinge Zeit. Wir alle kennen das, dass da mehrere Termine zur gleichen Zeit in unserem Terminkalender stehen.

1. Donnerstag, 1.Mai Himmelfahrt Familiengottesdienst in . . .

2. Donnerstag 1.Mai Vatertag Bollerwagenausflug nach . . .

3. Donnerstag 1.Mai Tag der Arbeit Demonstration für Mindestlohn in Hannover

 

2 So spricht der Herr Zebaoth: Dies Volk spricht: Die Zeit ist noch nicht

 

 da, dass man des Herrn Haus baue.

 

 

Da lag der Tempel Gottes in Trümmern. Seit nunmehr 70 Jahren. Da hatte der König von Babylon den Tempel zerstört. Viele der Juden waren in diesen letzten 70 Jahren gar nicht zu Hause, sie wurden von den Babyloniern verschleppt und waren in Babylon in Gefangenschaft. Aber dann kam ein neuer Herrscher, der hatte sie wieder nach Hause gelassen. Das war 18 Jahre her. Jetzt waren sie schon 18 Jahre wieder in Juda. Aber der Tempel Gottes lag immer noch in Trümmern. Und alle sagen: Oh wie schade!

Und viele erinnern sich an den alten Tempel aus der Zeit Salomos. Wie der da noch gestanden hatte.

Und wenn man die Leute gefragt hat. Wollt ihr denn nicht, dass der Tempel Gottes wieder so dasteht. Dass man wieder Gottesdienste darin feiern kann, dass man Gott darin loben kann. Dank sagen kann?

Dann hätten wohl alle gesagt: Ja, das wollen wir! Ach, wär das schön! Auf jeden Fall!

Dann hätte man weiter gefragt: Warum baut ihr denn den Tempel nicht wieder auf?

Und sie hätten gesagt:

 

Wir haben momentan keine Zeit dafür!

Das ist gerade ganz schlecht!

Uns fehlt die Zeit.

Keine Zeit für den Tempel.

Und wir haben ja gerade schon gesehen, das gibt es auch bei uns, dass man keine Zeit hat. Oder dass man nicht für alles Zeit hat. Oder dass man dafür keine Zeit hat.

Und so war das damals auch. Jeder war dafür, dass der Tempel wieder steht. Jeder findet das gut. Aber keiner hat Zeit.

Und so ging es dem Tempel seit nunmehr 18 Jahren.

Er war ein Trümmerfeld.

Er war am Boden zerstört.

Er war verwüstet

 

Und keiner hat Zeit. Dabei hat eigentlich jeder Zeit. Keine Zeit gibt es ja eigentlich gar nicht. Wir sind immer in der Zeit. Als wir geboren wurden, fing die Zeit für uns an. Seitdem sind wir in der Zeit. Wir haben Zeit. Denn wenn wir keine Zeit mehr haben, dann sind wir Tod. Solange wir leben, leben wir in der Zeit.

Jeder von uns hat Zeit. Für jeden von uns hat ein Tag 24 Stunden und eine Stunde 60 Minuten, und die Minute 60 Sekunden. Da ist keine der mehr Zeit hat. Der hat im Jahr 400 Tage. Oder dessen Tag hat 28 Stunden. Oder die Stunde hat 75 Minuten.

Jeder hat Zeit und jeder hat in einem Jahr oder an einem Tag gleich viel Zeit.

Ich habe keine Zeit ist eigentlich Quatsch. Richtiger müsste man sagen:

Ich habe dafür keine Zeit.

Ich habe Zeit, aber hierfür fehlt mir die Zeit.

Die Zeit die ich habe, habe ich nicht für den Tempelbau übrig.

 

Die Frage ist: Wie teile ich meine Zeit sinnvoll ein?

Wofür soll man sich eigentlich Zeit nehmen? Was ist so wichtig, dass es meine Zeit beanspruchen darf? Und immer wenn man in Zeitnot, in Zeitschwierigkeiten ist, dann entscheidet die Prioritätenliste. Was ist mir jetzt am wichtigsten.

Ihr habt heute Morgen diese Entscheidung gefällt. Man hätte so viel machen können zwischen 10 und 12 Uhr. Aber ihr habt gesagt:

Donnerstag, 1.Mai Himmelfahrt Familiengottesdienst in Haddenhausen

Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, was ich tun könnte, dann wird immer deutlich, was ist mir am Wichtigsten?

Man baut eine Prioritätenliste. Ganz bewusst oder auch unbewusst. Man ordnet nach Wichtigkeit.

1.

2.

3.

 

Was ist jetzt wichtiger? Das Wichtigste zuerst. Wir üben das mal.

    • Ein Mann hat einen Herzinfarkt.
    • Ein Glas Wasser holen
    • Den Geburtstagstermin absagen
    • Den Notarzt anrufen.

 

Manchmal gibt es auch eine innere Ordnung?

Wenn man zum Beispiel einen Kuchen backen will

      Verrühren

      In den Backofen schieben

      Mehl sieben

Man muss erst das machen, und dann das, sonst wird es nicht.

Auch da müssen wir eine Reihenfolge beachten. Eine Prioritätenliste.

Manchmal gibt es auch Meinungsverschiedenheiten, was man zuerst machen sollte

Zum Beispiel zwischen Kindern und Erwachsenen.

Fangen wir mit den Kindern an?

Alle Kinder müssen jetzt antworten, was sie zuerst machen würden.

Es ist abends eine Std. vor dem Zubettgehen.

a) Eis essen

b) Zimmer aufräumen

 

So ist das mit Prioritäten. Man muss sich entscheiden. Was ist mir wichtig?

Mit der Zeit, die ich habe: Was mache ich zuerst.

Die Frage, die Gott seinen Leuten damals stellt: Wie wichtig ist der Tempel.

Alle wollen ihn haben, aber keiner hat Zeit, und das seit nunmehr 16 Jahren.

Wie wichtig ist euch der Tempel? fragt Gott. Wenn ihr keine Zeit dafür habt, ist er euch dann eigentlich nicht wichtig?

Man kann Menschen auf wehtun, wenn man die falschen Prioritäten setzt.

Da ist ein junges Paar, ganz verliebt. Über Hals und Kopf. Und die wollen sich verloben. Und jetzt ist die Frage: Wann? Und er sagt:

Samstag kann ich nicht, da muss ich Auto waschen

Freitagabend ist immer Fußballtraining.

Wie wäre es Dienstag zwischen Gitarrenkurs und Männerabend? Dienstag 19.-20.00 Uhr?

Auf den Kerl würde ich Pfeifen.

Man kann Gott auch wehtun. Wie wichtig ist der Tempel?

 

Warum haben wir eigentlich keinen Tempel mehr?

Wir haben eine Kirche, ein Gemeindehaus, eine Kapelle,

Aber wir haben keinen Tempel. In ganz Rothenuffeln und Haddenhausen gibt es keinen Tempel. Warum haben die Christen keinen Tempel mehr gebaut? Nirgendwo auf der Welt?

Waren die noch fauler, als die Leute damals? Haben wir noch weniger Zeit als die Zeitgenossen Haggais.

Das hat einen Grund, und wenn wir jetzt das Lied miteinander singen, dann finden wir den vielleicht.

 

Wir sollen Tempel sein.

Jesus selbst sagt das.

 

Und das wird von den ersten Christen aufgegriffen. Die verstehen das.

Paulus schreibt: 1.Kor.3,16-17

16 Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? 17 Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben,

denn der Tempel Gottes ist heilig; der seid ihr.

 

Oder .Kor.6,16-17

Was hat der Tempel Gottes gemein mit den Götzen? Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: »Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.«

 

Oder Eph.2,19-22

19 So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und

Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt wächst zu einem heiligen

Tempel in dem Herrn. 22 Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im

Geist.

 

Paulus sagt das auch: Der Tempel Gottes, dass ist nicht mehr das Haus aus Stein, sondern das ist die Gemeinde.

Im Alten Testament war der Tempel der Ort der Gegenwart Gottes. Und wer Gott begegnen wollte, wer mit Gott Gemeinschaft haben wollte, wer ganz sicher sein wollte, Gott zu treffen, der hat sich zum Tempel aufgemacht. In den Psalmen haben sich einige Lieder erhalten, die die Leute gesungen haben, wenn sie zu Gottes Tempel zogen und man merkt die Freude, die sie dabei empfunden haben.

Aber seid Jesus ist der Tempel Gottes die Gemeinde. Jesus wohnt in seiner Gemeinde.

Wenn Gott durch seinen Propheten Haggai also damals seine Leute auffordert, ihm einen Tempel zu bauen, dann sagt er zu uns: Baut eine Gemeinde. Baut mit an der Gemeinde. Die Gemeinde ist mein Tempel. In der Gemeinde will ich gegenwärtig sein. In der Gemeinde sollen die Menschen mich erleben und mir begegnen.

Gemeinde ist für Gott so wichtig. ganz wertvoll und unverzichtbar.

 

Nun sage manche: Muss Gemeinde gebaut werden?

Gemeinde gibt es doch. Wir sind doch Gemeinde.

Aber wenn ich mit ihnen spreche und mit anderen Leuten, dann gibt es kaum einen der mit der Gemeinde zufrieden ist. Dies fehlt noch und das fehlt noch. Und eigentlich müssten wir noch.

Und manchmal gibt es Streit wie was gebaut wird, oder was zuerst gebaut wird. Und wie das aussehen soll.

Eigentlich weiß jeder,

da ist noch viel zu tun

wir sind noch lange nicht fertig

dies müsste unbedingt angepackt werden.

 

Es müsste so ein Ruck durch uns gehen, wie damals zur Zeit Haggais, wir werden das in den nächsten Predigten hören. Ein Ruck, der uns aufrüttelt. Wir packen die Sache an. Der Herr an den wir glauben, hat einen besseren Tempel verdient. Tempelbau ist Gemeindebau.

 

Jetzt sagen einige vielleicht:

 

Was hat das mit Himmelfahrt zu tun

Ganz viel und das wollen wir uns im dritten Punkt unserer Predigt klar machen.

 

Sei Himmelfahrt ist Jesus Herr der Welt.

aber er ist gleichzeitig auch Haupt der Gemeinde. Himmelfahrt heißt nicht: Jesus ist weit weg

sondern Himmelfahrt heißt: Jesus ist auf dem Thron Gottes an der Schaltstellen der Welt an den Hebeln der Macht und er ist gleichzeitig in seiner Gemeinde. Jesus hat seine Jünger doch nicht zurück gelassen. Er hat uns doch nicht allein gelassen.

Es ist nicht mehr sichtbar, das stimmt.

Wie sehen ihn zwar nicht, wir können nicht sehen, dass er heute unter uns ist. So ist er unsichtbar unter uns.

Aber andere Menschen sollen an uns, an der Gemeinde Jesu, sehen dass Jesus da ist.

Wir, die Gemeinde sind der Ort

wo Gott wohnt in dieser Welt

wo Jesus sichtbar ist in dieser Welt

wo andere Menschen Jesus erkennen können

 

Aber andere Menschen sollen an uns, an der Gemeinde Jesu, sehen dass Jesus da ist.

Darum ist Gemeinde für Jesus so wichtig, so wichtig wie zu Zeiten Haggais der Tempel. Und darum wünscht sich das Gott von uns, dass wir an seiner Gemeinde mitbauen.

 

Wenn wir Himmelfahrt feiern das Jesus der Herr ist, dann ist die Frage ob er auch der Herr in unserem Leben ist. Wenn Jesus der Herr ist, dann ist er auf unserer Prioriätenliste ganz oben.

Dann müssen wir uns fragen: Haben wir wirklich keine Zeit am Aufbau der Gemeinde mitzuhelfen? Ich kann nicht sagen: Jesus ist Herr und die Gemeinde ist mir egal. Jesus der Herr möchte durch seine Gemeinde in der Welt gegenwärtig sein. Und er verdient die Beste und schönste Gemeinde, die es überhaupt nur geben kann.

Wie war es damals? Hag.1,2:

2 So spricht der Herr Zebaoth: Dies Volk spricht:

 

Die Zeit ist noch nicht da, dass man des Herrn Haus baue.

Gilt das für uns auch?

Sollten wir uns nicht Zeitnehmen?

mitzubauen

uns in der Gemeinde zu engagieren

die Gemeinde auf Vordermann zu bringen

 

oder besser auf Jesusmann

Wir haben diese Predigt miteinander gepredigt. Jeder hat mitgemacht hoffentlich.

na klar!

na hoffentlich

na ja . . .

Egal, wir haben es miteinander hinbekommen. Wir könnten viel miteinander hinbekommen. Mit Gottes Hilfe, eine Gemeinde bauen, die ihm gefällt.

Mitbauen wie macht man das?

für die Gemeinde beten

nicht nur über die Trümmer meckern, sondern helfen, sie aus dem Weg zu räumen

Für die Gemeinde Zeit haben

 

Es gibt viele Menschen, die mitarbeiten, und dass ist wirklich klasse. Aber wir können auch noch so viele gebrauchen. Ganz konkret.

Wir suchen

1. Mitarbeiter im Kindergottesdienst

2. Menschen die mithelfen, den Rasen vorm diesem Gemeindehaus zu mähen

3. Leute, die uns nachher beim Umstellen und nach dem Essen beim Aufräumen helfen

 

Wir suchen:

1. Bezirksfrauen für die Frauenhilfe

2. Mitsänger im Kirchenchor

3. Mitkocher für das Springbrunnen-Bistro-Team

 

Kleine Aufgaben, aber große Wirkung. Wer hat Zeit? Wem ist das wichtig? Sagen wir auch:

Jetzt noch nicht.

Ist gerade ganz schlecht.

Ich hab gerade was anderes vor.

Wem ist wichtig, dass Gottes Tempel, die Gemeinde in unserer Zeit gebaut wird.

Wer Jesus als Herrn, bekennt dem kann die Gemeinde nicht gleichgültig sein.

Wenn Himmelfahrt Jesus Herr der Welt ist, dann will er in seiner Gemeinde wohnen. Und dann lädt er uns ein an seiner Wohnung auf Erden mitzuarbeiten.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserm Herrn.