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Gottes Gemeinde ist ein Leib

Gottes Gemeinde ist ein Leib

Es gab Andi, Thias, Timo, Lydia und Brit
Lauter Spaltpilze und Meckerfritzen, keiner machte mit.
Doch der Paulus schrieb ein Briefchen und machte ihnen klar:
Gemeinde heißt Gemeinschaft, oh wie wunderbar. Er schrieb:

Gottes Gemeinde ist ein Leib, in der jeder jeden braucht.
Jeder ganz verschieden, jeder füreinander da,
nur Jesus Christus ist das Haupt.

Wir brauchen kleine Zehen, am besten Hammerzehen
Die auf die Erde hämmern, wo ihnen was nicht gefällt.
Die dicht am Boden sind, alles von unten sehen.
Den Kontakt nicht scheuen mit dem Schmutz der Unterwelt.

Wir brauchen viele Nasen, die gut riechen können
Die früh erschnuppern, wo da irgendetwas stinkt
Noch die zurückholen, die sich verduften wollen
Gefahr bemerken schon drei Meilen gegen den Wind.

Wir brauchen Menschen, die Herz sind am rechten Fleck
Nicht unter der (durch die) Gürtellinie in die Hose rutschen
Die Liebe können ohne Zwang und ohne Zweck
Nicht an Herzverengung leiden, keine Anti-Blocker lutschen.

Wir brauchen Kullertränen und Freudenflüsschen
Tränen, die zu anderen auf Reisen gehen.
Die sich an Sterbebetten weinen wie bei Hochzeitsküsschen.
Kein Tropfen auf dem heißen Stein sind, tiefergehn.

Wir brauchen Popobacken, die aussitzen können,
was die kirchliche Verwaltung auf die Tagesordnung klemmt.
Die sich keine Wissensblöße, doch viel Hornhaut gönnen.
Nicht an Händen sondern Hintern, ab ins Kirchenparlament.

Wir brauchen Fingernägel, um das wegkratzen,
was an faden Traditionen auf den Kirchenbänken klebt
Wir brauchen laute Kehlen, weil so viele ratzen
Die aus vollem Halse singen: Jesus Christus lebt.

Wir brauchen Fett, gemästet und kilogewogen
Als Reservoir für schlechte Zeiten wenn’s daniederliegt
Und das ölt und schmiert Knie und Ellenbogen
Und natürlich auch, das jeder mal sein Fett abkriegt.

All das haben wir nicht, doch dafür wir haben tausend Köpfe
Ein Kirchendrache aus Tausendundeiner Nacht.
Und die spucken sich nur gegenseitig in die Töpfe
Jeder sagt: „Ich (er)denke und ihr, ihr macht. (Aber:)

Doch wenn Jesus wirklich Haupt ist lasst uns drunter bleiben.
Irgend wo er uns in seinem Body haben will.
Lassen wir uns doch endlich von ihm einverleiben!
Klar zur Mitarbeit an seinem himmelsgroßem Ziel

(C) Thomas Ehlert